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Schachdorf Ströbeck

Das Schachdorf Ströbeck und seine wechselvolle Geschichte

Schachdorf Ströbeck
Hier finden Sie Interessantes und Wissenswertes aus der Historie des Ortes:
Ströbeck Aus der Dorfchronik
Ströbeck Das Ströbecker Hochzeitsrecht
Ströbeck Die Bahnhofshaltestelle Ströbeck wird 100 Jahre!!
Ströbeck Die Ströbecker Trachten
Ströbeck Aus der Geschichte der Ströbecker Kirche
Ströbeck Zur Geschichte der Flur- und Wegenamen
Ströbeck Die Annahme der Gemeindeleute im 17. Jahrhundert
Ströbeck Die Gemeindeschmiede in Ströbeck
Ströbeck Spannende Ortsgeschichte - "Der Mordfall bei den Gerichten"
Ströbeck Wie die Ströbecker zu ihrem Spitznamen "Stumpeldubm´" kamen
 

Aus der Dorfchronik

Eine zweite noch vorhandene Urkunde berichtet über eine Schenkung des Fleckens "Ströbcke" an das Stift Quedlinburg von Heinrich II.
In seiner wechselvollen Geschichte war Ströbeck bis zum Jahre 1268 ein begehrtes Tauschobjekt zwischen den Bischöfen von Halberstadt, den Grafen von Regenstein und den Grafen von Hartesrode. 1268 kam Ströbeck dann endgültig in den Besitz der Domprobstei Halberstadt.
Ströbeck führt in seinem Wappen das Schachbrett . An vielen Häusern und sogar in der Wetterfahne des Kirchturmes ist das Symbol zu sehen. Die Wetterfahne eines alten Wartturmes, heute unter dem Namen "Schachturm" bekannt, zeigt ausser dem Schachbrett die Jahreszahl 1011.
Die Überlieferung berichtet, dass im Jahre 1011 dem Bischof Arnulf II. von Halberstadt von Heinrich II. ein Wendenherzog namens Gunzelin als Gefangener überwiesen wurde. Der Bischof ließ ihn in Ströbeck in den heute noch vorhandenen Wartturm sperren und setzte die Ströbecker Bauern zu seinen Wächtern ein. Die Langeweile quälte nicht nur den vornehmen Gefangenen, sondern auch seine Bewacher. Gunzelin erbat sich von den Wächtern ein scharfes Messer und Holz, schnitzte 32 Schachfiguren und malte ein Schachbrett auf den Tisch. Schliesslich lehrte er seine Wächter das Spiel, das von Generation zu Generation weitergetragen wurde. Man spielte in Familien, im Dorfgasthaus und in den Spinnstuben. Dies geschah zu jener Zeit, als das Schachspiel bestenfalls an Fürstenhöfen und in Klöstern bekannt war. Trotz der fast vollständigen Verwüstung des Dorfes im Dreißigjährigen Krieg ist diese Tradition bis heute erhalten geblieben. Es wurde Brauch und Tradition, dass die Männer von Ströbeck jedesmal den durchreisenden neuen Landesherren auf dem Dorfanger zu einer Partie Schach auffordern durften.
Im 17. Jahrhundert kamen kurbrandenburgische Beamte nach Ströbeck, die mit den Bauern um die Staatssteuern spielen mussten. Die Bauern blieben regelmäßig Sieger, und die Abgaben blieben ihnen erlassen.
Den großen Kurfürsten wunderte es, daß seine Beamten jedesmal gegen die Bauern ihr Spiel verloren geben mussten. Am 13. Mai 1651 kehrte auch er in Ströbeck ein und setzte sich, wie in der Chronik berichtet wird, nach alter Sitte auf freiem Feld mit den Bauern vor das Schachbrett. Der Ehrgeiz der Ströbecker wurde geweckt und sie liessen sich selbst von ihrem Kurfürsten auf dem Schachbrett nicht in die Enge treiben. Die Partie wurde zu ihren Gunsten entschieden. Als Anerkennung schenkte der Kurfürst den Ströbeckern ein kostbares Schachbrett, das heute im Schachmuseum zu sehen ist.
Das in der Mitte des Rahmens eingelassene Wappen Kurbrandenburgs trägt folgende Inschrift:

"Daß Sereniß, Curfürstliche Durchlaucht zu Brandenburg und Fürst zu Halberstadt, Herr Friedrich Wilhelm, dieses Schach-und Curierspiel am 13.Mai 1651 dem Flecken Ströbke aus sondern Gnaden verehret und bei ihrer alten Gerechtigkeit zu schützen gnädigst zugesagt, solches ist zum ewigen Gedächtnis hierauf verzeichnet."

 
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Die Ströbecker Trachten

Die Trachten der Frauen
Den Körper bedeckte ein langes, zweiteiliges Hemd aus selbstgesponnener Leinwand. Darüber wurden zwei rote Unterröcke und als Überrock ein steifer weiter und fußfreier, dunkelblauer Faltenrock getragen, der mit hellblauen fischgrätenartigen Längsstreifen versehen war. Den unteren Rand säumte ein hellblauer Trump aus Kattun, der verschieden breit war und manchmal bis zu den Knien ging. Den Oberkörper umschloß ein kurzes, festanliegendes, bis zum Hals hochschließendes dunkles Wams mit Keulenärmeln oder ein dunkelfarbiges Mieter. Die Schultern bedeckte ein kleines buntes Kopftuch. Die Fußbekleidung bestand aus hellblauen Wollstrümpfen mit Hausschuhen oder Lederpantoffeln.

Ströbecker Trachten Trachten

Die Trachten der Männer
Die Alltagstrachten der Männer bestand aus einem weiten blauen Kittel, der oben mit einem "Kruulloch" versehen war und bis über die Hüften reichte. Die Schulterstücke waren mit weißen, schwarzen oder blauen Streifen in verschiedenen Mustern geziert. Dazu wurden dunkle Hosen aus Cord oder Manchester getragen die eng ansaßen, bis über die Waden reichten und manchmal mit einem Steg versehen waren. Man trug auch enge, helle Steghosen aus Bockleder, die für den Sonntagsstaat nicht mehr gut genug waren. Bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts trug man als Fußbekleidung lange, teils über die Knie reichende Krempelstiefel gegen Ende des Jahrhunderts trug man oft Langschäfter.
Die Strümpfe waren aus blauer Wolle selbst gestrickt. Den Kopf bedeckte eine dunkelblaue niedrige Deckelmütze aus Tuch mit einem schwarzen Lederschirm, ein breitkrempiger Hut zuweilen auch eine Pelzmütze oder eine Zipfelmütze. Unter dem Kittel wurden ein Brusttuch und ein grobes Leinenhemd aus selbstgesponnenem Leinen getragen. Über das Brusttuch legte man ein dunkles Halstuch, über den Kittel außerdem noch ein rotes Dreieckstuch.

 
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Vom Ströbecker Hochzeitsrecht zum Lebendschach

Im 17. Jahrhundert hatte sich die Sitte herausgebildet, daß sich der Bräutigam seine Braut erspielen mußte das hieß, der Bräutigam mußte gegen einen ausgewählten Spieler - meist den Dorfschulzen - antreten.
Die Gäste durften während des Wettkampfes kein Wort zum Spiel sagen, nur wenn sie glaubten, ihr Spieler mache einen Fehler, durften sie ihm zurufen:

"Vadder mit Rat!"

Das bedeutete: Gevatter, spiele mit Bedacht, mit Verstand! Verlor der Bräutigam die Schachpartie, so mußte er ein bestimmtes Strafgeld in die Gemeindekasse zahlen.

Der Beginn des Schachspiels mit lebenden Figuren wird auf das Jahr 1688 datiert. Zu dieser Zeit hatte man von der Vorliebe des Herzoges Ludwig Rudolf von Braunschweig für Karnevalsfreuden mit Bauernhochzeiten gehört. Die Ströbecker sandten deshalb Abgeordnete auf das Blankenburger Schloß den Sommersitz des Herzogs, mit dem Antrag, man möge doch das Ströbecker Hochzeitsrecht mit dem damit verbundenen Schachspiel nicht außer acht lassen.
Herzog und Herzogin ließen den alten Dorfschulzen Söllig und seinen achtjährigen Sohn Valentin zu sich kommen und luden sie zum Schachspiel ein. Der Junge verfolgte aufmerksam das Spiel der beiden Männer, und als sein Vater einen verkehrten Zug machen wollte, klopfte ihm der Knabe auf die Schulter und rief das in Ströbeck gebräuchliche Wort: "Vadder mit Rat!" (Gevatter mit Bedacht!) zu. Der Dorfschulze besann sich, machte einen besseren Zug und gewann die Partie. Danach setzte der Bauernjunge dem Herzog mit seltenem Scharfsinn auseinander, welche nachteiligen Folgen der Zug des Vaters gehabt hätte. Der Knabe gewann dadurch die Gunst des Herzogs in einem solchen Maße daß dieser ihn bei sich behielt und studieren ließ.
Valentin Söllig wurde nach dem Tode des Herzogs 1738 zunächst Hofdiakonus und 1749 Prediger in Hasselfelde.

 
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Aus der Geschichte des Ströbecker Bahnhofes

Im Jahre 1842 wurde die Konzession für den Bau der Magdeburg - Halberstädter Eisenbahn - Gesellschaft erteilt, die sich zu einer der bedeutendsten ihrer Zeit entwickelte. Bereits Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden bei der Eisenbahn - Gesellschaft folgende Bahnstrecken übergeben:

  • Von Magdeburg über Halberstadt nach Thale
  • Magdeburg bis Wittenberge
  • Köhten - Bernburg - Wegeleben
  • Güsten - Staßfurt
  • Frose bis Ballenstedt

Die Strecke Halberstadt bis Vienenburg wurde im Jahr 1864 eröffnet

Die Berlin - Halberstädter - Eisenbahngesellschaft plante 1867 auch eine Fortführung der Bahnstrecke von Halberstadt - Vienenburg bis nach Seesen am Harz, wo ein Anschluß an die damalige Braunschweigische Staatsbahn vorgesehen war.
Die privaten Eisenbahn - Aktiengesellschaften waren recht lukrativ und wollten gern selbständig bleiben. Jedoch gelang es Bismark im damaligen Preußen trotz heftiger Widerstände, bis zum Jahre 1887 die bedeutendsten Privateisenbahnen durch Ankauf in den Staatsbesitz zu bringen. So wurde auch die Magdeburg - Halberstädter Eisenbahn - Gesellschaft von der Staatsbahn übernommen.
Im Jahr 1872 wurde die Eisenbahnlinie Halberstadt - Heudeber - Wernigerode eröffnet.
Im Jahr 1900, am 01. Oktober, wurde die Haltestelle Ströbeck für den Personenverkehr auf der Eisenbahnlinie Halberstadt - Heudeber - Danstedt - Wernigerode - Vienenburg eröffnet.
Im Jahr 1907 beabsichtigte die Gemeinde Ströbeck den Bau einer Feldbahn auf eigenem Gelände nach dem Bahnhof Ströbeck. (Warum dann die Feldbahn doch nicht gebaut wurde, ist nicht bekannt.)
Im Jahr 1910, am 02. Juli, findet sich in den Unterlagen des Kreisarchivs ein Hinweis auf die Landespolizeiliche Abnahme der Erweiterung des Haltepunktes Ströbeck zu einem Bahnhof Ströbeck.

Am 30. Oktober 1910 fand ein Termin zur Auflassung der Grundbuchsache der königlichen Eisenbahndirektion Magdeburg statt.
Aus Ströbeck wurden dazu eingeladen: Der Gärtner Friedrich Hampicke, die Witwe E. Heyer, Nachkömmlinge des Rentners Udo Valentin Haacke in Ströbeck, Gutsbesitzer Alwin Kahmann und der Landwirt Friedrich Schönefuß.

Zu den Anlagen des Bahnhofs gehörten bis zum Jahr 1975 neben dem Fahrdienstleiterstellwerk auch die beiden Schrankenposten Nr.5 (Eselstieg) und Nr.8 (Mahndorfer Straße). Beide Schrankenposten wurden bis zur Installation einer Halbschrankenanlage bzw. Haltlichtanlage besetzt.
Weiterführende Hinweise zur Geschichte des Bahnhofes Ströbeck sind dem Beitrag von Martin Zimmermann, ehem. Leiter des Bahnhofes Ströbeck in dem Buch "1000 Jahre Schachdorf Ströbeck" zu entnehmen.

 
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Aus der Geschichte der Ströbecker Kirche

Bereits das erste, in Ströbeck erbaute Gotteshaus, wurde dem Heiligen St.Pankratius gewidmet. Nach der Legende wurde Pankratius um 290 geboren und christlich erzogen. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ließ sich der vierzehnjährige jedoch nicht von seinem Glauben abbringen, so daß er am 12. Mai 304 öffentlich enthauptet wurde. Allgemein erhalten hat sich sein Name als einer der "Eisheiligen" Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifacius (11.-14.05), nach denen stärkere Fröste nicht mehr auftreten sollen.

Der erste nachweisliche Kirchenbau läßt sich in Ströbeck etwa in das 12.Jahrhundert datieren. Wohl infolge steigender Einwohnerzahlen erweiterte man die Kirche etwa im 15./16. Jahrhundert. Die Notwendigkeit eines Neubaues der Kirche ergab sich aus folgenschweren Ereignissen: Im Jahre 1832 "Tat es einen Blitz, daß es über das ganze Dorf hell aufleuchtete." Er traf den Kirchturm, beschädigte ihn erheblich, ruinierte die Orgel und riß im angrenzenden Kirchenschiff eine Säule um, zündete aber glücklicherweise nicht.

Um so schlimmer kam dann das Unglück im Jahre 1876!
"Am 29ten Juni 1876 entlud sich ein schweres Gewitter über Ströbeck. Gegen 3 Uhr Nachmittags schlug der Blitz in den Kirchturm. Der Blitz fuhr am Turm herunter und zündete in der Vorhalle die zu der Zeit dort aufbewahrten Totenkränze (oder:Totenkronen), an. Am Nachmittag brannten innerhalb weniger Stunden Turm und Kirche gänzlich aus. Es brannte alles. Die 3 Glocken waren heruntergefallen. Orgel und Turmuhr wurden beim Brand zerstört."

Der Neubau der Kirche ging zügig vonstatten;...die Gemeinde leistet dazu Hand- und Spanndienste. Der Turm ist geblieben, jedoch das Mauerwerk bedeutend erhöht, die Kirche auf beiden Seiten hinausgeschoben und ein wenig nach Osten verlängert. Schon am 25. Mai 1877 wurde der Grundstein geweiht, er liegt über der Erde auf der Sockelmauer des kleinen Süd- westgiebels und enthält die Dokumente..

Turmknopf und Fahne wurden am 16. Dezember 1877, einem Sonntag aufgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren 850 Meter Steine vom Huy sowie Steinmetzsteine von Blankenburg aus Muschelkalk und Sandstein geholt worden. Die Ströbecker leisteten dazu etwa 700 Fuhren. Das Bauholz bezog man aus Böhmen, den Dachschiefer teils aus dem Harz, teils sogar aus England.
Am 30. Oktober 1878 feierte die Gemeinde die Einweihung ihrer neuen Kirche. Die Baukosten beliefen sich auf 54 000 Mark für das Kirchenschiff und 18 000 Mark für den Turm. Im Jahre 1956 erfolgten Reparatur und Neueindeckung des Kirchturmes Schmiedemeister Karl Hesse öffnete den Turmknopf; den Inhalt sichteten und fotografierten Mitarbeiter des Museums aus Halberstadt.

Ströbecker Kirche Altar

Anläßlich umfangreicher Reparaturen 1993/1994 wurde der Turmknopf restauriert und neu vergoldet. Die Fahne wurde gänzlich erneuert. Das Aufsetzen erfolgte am 9. Februar 1994. Der Knopf erhält nun in drei Kapseln die Aufzeichnungen der Jahre 1801, 1877, 1956 und 1994.

 
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Die Flur- und Wegenamen der Gemeinde Ströbeck

Große Bedeutung für die Besiedelung des Ströbecker Raumes hatte der Wasserlauf das "Ströbecker Fließ", sowie die vorhandenen Quellen, die "Springe", die eine günstige Lage für Besiedelungen boten.
Dadurch wohnten die Siedler nicht eng zusammen, aber trotzdem so nahe, daß sie sich bei drohenden Gefahren oder Feuer gegenseitig helfen konnten.
Seit der Entstehungszeit ist der Flußlauf bestimmt durch das nach Westen hin leicht ansteigende Gelände bis zu der Wasserscheide, die vor den Orten Danstedt - Zilly und der Heiketalswarte liegt.

Die Flurnamen, in denen sich bis in die heutige Zeit Traditionen und Erfahrungen der Vorfahren widerspiegeln, entstanden häufig nach der Form, Bodenart, Beschaffenheit des Ackerstückes und nach Sitten und Gebräuchen, die mit dem Flurteil in Verbindung standen.

Im Osten erheben sich die "Ströbecker Berge"

1. Osterberg
Der Name Osterberg weist nach Carl Elis* auf eine heidnische Opferstätte hin, was durch zahlreiche Funde von Urnenscherben und Fragmenten von Opfermessern bewiesen ist. Die alten Germanen verehrten die Göttin Ostera als die Schöpferin des Wiederauflebens der Natur und zwar um dieselbe Zeit, in der die Christen Ostern feiern. "Es war eine Frühlingsfeier, und die Namen Osterwälder, Osterberge, die abergläubischen Gebräuche der Osterfeuer, des Osterwassers, der Ostereier usw. hingen mit dem Cultus der ihr vor Einführung des Christenthums gewidmet war, zusammen." (Carl Elis)

2. Butterberg
Der hufeisenförmige Bergrücken des Osterberges wird durch den Butterberg abgeschlossen abgeleitet von "butten = hinten, draußen"; d.h. der Berg, der abseits, hinter dem Osterberge liegt.

3. Nelkenberg
4. Kreuzberg
5. Schiefer Berg

Der schiefe Berg erhebt sich nördlich an dem Weg nach Aspenstedt. Oberhalb bildet er das leicht ansteigende Gelände zum Huy. Wegen dieser Eigenschaft wird er auch "die halbe Höhe" genannt. Ihr fehlt auf der anderen Seite der Abhang, deshalb "Schiefer Berg".

Im Südwesten erhebt sich das Gelände zur "Dardesheimer Höhe", fällt dann steil ab zur "Wasserflut". "Wenn früher im Westen ein schweres Gewitter aufzog, werden unsere Vorfahren zum Gott Donar gebetet haben, damit er das Unglück verhüte. Vielleicht ist der noch heute von hundertjährigen Eichen überschattete Friedensberg eine Kultstätte gewesen; denn von ihm geht der Kapellenweg geradlinig zur"Waterflaut". In der christlichen Zeit des Mittelalters stand am Ende des Weges, unweit des Friedensberges eine Kapelle."*

Im Westen am Ende des zur Ströbecker Flur gehörenden Zillyer Weges wird das Flurstück "Am Taternpahl" genannt. Hier soll einst ein Gedenkpfahl gestanden haben, der an die Tatern (=Tataren) erinnerte, die hier plündernd durchzogen. Vielleicht waren es Teile des Ungarnheeres, die nach der Schlacht an der Unstrut 933 nördlich vom Huy bei Ohrsleben und Hötensleben auf dem dortigen Hunnenberge vernichtet wurden."*

Eine andere Erklärung für die Namensherkunft ist, daß die "Tatern" - die Zigeuner ihr Lager unweit der Stelle, die heute Taternpfahl heißt, aufgeschlagen haben. Die Zigeuner durften nur außerhalb des Ortes lagern. Ein Pfahl in der Erde deutete ihnen die Stelle an, wo sie ihr Lager aufschlagen und ihre Pferde anbinden durften.

Bis ungefähr 1890 war am Danstedter Wege ein Sandsteinbruch, der die Steine zum Hausbau lieferte. Das umliegende Land hat von ihm den Namen "Steinkuhlenfeld" erhalten. An der Grenze nach Danstedt liegt das "Wieschebleek" hier: im Waschfleck eine feuchte Niederung. Mit dem "Westenfeld" am "Stumpfeturm" , ist dei Bahnlinie erreicht. Hier war früher ein alter Wartturm. Von hier aus wurden früher, zu Zeiten der Raubritter Rauchzeichen gegeben, damit sich die Bauern beim Herannahen des Feindes hinter die schützenden Mauern von Halberstadt in Sicherheit bringen konnten.
Die Arbeiten an der Bahnlinie wurden von französischen Kriegsgefangenen 1870 begonnen. 1872 wurde die Eisenbahnlinie Halberstadt - Vienenburg in Betrieb genommen.
An den Bau der Bahnstrecke erinnern heute noch die Flurbezeichnungen: "An der Ausschachtung", "Vor" und "Hinter der Bahne", hier: "Hinterm Graben"

In der Ausschachtung und am Bahndamm wurden Weiden angepflanzt. Dort, "bi'n Flotten" (Korbweiden) holten die Leute aus dem Dorf die biegsamen dünnen Weidenstöcke zur Korbflechterei. Die Bezeichnung "Mühlenfeld" und "Mühlenweg" in Richtung Mahndorf weist auf den ehemaligen Standort der Wichhäuser Mühle hin.

Durch das Dorf hindurch bis zur Bahnbrücke führt der Bach den Namen "Ströbecker Fließ". Weiter südlich heißt er "Sechsbrunnen".Aus sechs Quellen soll er dort Zufluß erhalten haben. "Von hier aus führte im Mittelalter eine hölzerne Wasserleitung bis zum Domplatz nach Halberstadt. Als der Lauf des Baches begradigt wurde, fand man noch die eichenen Holzröhren, die man ostwärts weiter verfolgen konnte. Auch heute noch soll der Unterlauf des Ströbecker Fließes unterirdisch mit dem Halberstädter Wasser in Verbindung stehen."*

In Richtung Norden nach Aspenstedt hin befindet sich der "Itschenpfuhl". "Im Mittelalter ist ein Sumpf gewesen, der die südwärts im heutigen Bocksberg gelegene Zufluchtstätte von Norden her unangreifbar machte. In diese kleine Zuflucht zogen sich die Ströbecker zurück, wenn der Regensteiner oder der Wernigeröder Raubgraf in der Gegend raubten und brandschatzten. Rund herum war die Burg durch zwei hohe Wälle gesichert. Die Wächter haben sich wohl auf ihren nächtlichen Posten über das Gequake der Frösche ("Ütschen") geärgert und den Wachplatz deshalb "Am Ütschenpfuhl" genannt."*

Im Nordosten schließt sich das Flurstück "In der Sülze" an. Dicht daneben liegt der "Sültebarch" ( der Sülzeberg). In der "Sülte" war einst eine Quelle, die salzhaltiges Wasser gab. Auf dem kleinen Sülzeberg wurde durch Verdampfen des Wassers das lebensnotwendige Salz gewonnen. Was nicht im Dorf verbraucht wurde, diente zum Eintausch von Schmuck, Kriegs - oder Hausgerät.

In den Jahren 1517 - 1518 herrschte in Ströbeck die Pest und über die Hälfte aller Einwohner starben an der Seuche. Da man die Toten nicht einzeln begraben konnte wurden sie auf dem Schinderkarren aus dem Dorf hinausgefahren und hinter dem heutigen Friedensberg in Massengräbern beigesetzt. Dort errichtete man zum Gedenken der Toten eine Kapelle. Der Weg dorthin heißt heute noch "Kapellen-weg". Auf Plattdeutsch "Kapellenwesemannsweg" (Kapelle der verwesten Gebeine). Die überlebenden Einwohner der verseuchten Häuser verließen das Dorf und bauten hinter dem Windmühlenberg in der "Sülze" das "Niendörp" auf.; am "Hohen Wege" gelegen, der über die "Hohe Mark" nach Halberstadt führt. (s.a. Geschichtliche Karte des Landkreises Halberstadt)

100 Jahre später brach der "Dreißigjährige Krieg" aus und die Ströbecker erlebten die schrecklichsten Zeiten, die es je gegeben hatte. Fremde Kriegshorden brandschatzten und plünderten, Seuchen brachen aus. Zu alledem kam die Wolfsplage. In Rudeln kamen sie aus den nahen Wäldern und rissen ganze Schafherden. In dieser Zeit wurden auch die "Niendörper" wieder heimatlos, das Dorf wurde von den Kriegshorden dem Erdboden gleichgemacht." (aus der Ströbecker Chronik)

*Auszüge aus: Friedrich Reinecke, Flur - und Wegenamen der Gemeinde Ströbeck, 1942
*Siehe:Carl Elis, Lehrer an der höheren Töchterschule Halberstadt
"Kurzgefaßte historische Nachrichten von Ströbeck" Halberstadt 1843

 
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Die Annahme der Gemeindeleute im 17. Jahrhundert

Wie es früher in allen Orten unserer Heimat üblich war, wurden auch in Ströbeck die Gemeindeleute: Bäcker, Schmied, Krüger, Hirten zum Ende des alten b.z.w. zum Anfang des neuen Jahres jedesmal neu angenommen, selbst wenn sie schon im Vorjahre ihre Stellung innehatten.
Jeder dieser Gemeindeleute musste einen Bürgen stellen, der dafür haftete, dass der Angenommene seine Bedingungen erfüllte.
Vielfach begegnet uns dieser Bürge unter dem Namen "Anwerbsmann". Mit dieser Annahme , zu der die gesamten männlichen Mitglieder der Gemeinde erschienen, war ein Mahl verbunden, zu dessen Kosten die Angenommenen einen Beitrag zu leisten hatten. Außerdem wurden die von den Vorstehern der Gemeinde über einzelne verhängten Strafen verzehrt. Durch Zufall fand man ein altes vergilbtes Buch, dessen Einband der Rest einer Pergamenthandschrift ist.

Auf der ersten Seite findet sich nachstehende Eintragung:
,,Anno 1666 hat der Bürgermeister Heinrich Gerecken Senior den 20sten Aprillis den Nachkommen zum Besten dieses Register einbinden lassen, dessen Milherr Valentin Rieche junior:'' Hier sind uns die Annahmeprotokolle von 1667 bis 1766 überliefert.
Um nun ein Bild von den Bedingungen zu bekommen, welche die Angenommenen zu erfüllen hatten, seien die Protokolle für das erste Jahr hier einmal in Auszügen wiedergegeben: ,, den 27ten Decembris 1666 Jaspar Ühren alß den letzten Weynachtsfeyertag, auf dass künftige 1667 ste Jahr vor einem Becker in hiesiger Gemeinde Backhauß wieder angenommen, hat gelobet jährlich 21 fl.item vor 6 Ellen Parchen 1 Tlr. 12g.Gr., wil den Schornstein Wand im Backhause alle vier Wochen renouiren, und hat der Becker den Gottespfennig geben, davor ist Bürge Andreas Salomon.
Der Schmidt (Schmied) M.Hanß Trawernicht ist auf das 1667 ste Jahr wieder angenommen. und gibt jährlich aus der Schmiede Neungülden Item vor 6 Ellen Parchen 1 Tlr. 12große Gulden und bekommt vor ein gutt Hufeisen 2mgr.2 Pfennig. Die andere Arbeit will er machen wie der Schmiedebrief lautet und hat den Gottespfennig geben, hiervor ist Bürge Ulrich Helmholz.
Item (ebenso) ist Urbahn Böermann vor einen Schweinehirten angenommen, will des abends um 9 Uhr auf die Wache und des Morgens um 2 Uhr wieder abgehen, muss die Schlagbäume zuschließen, davor bekombt er 2 Paar Schuh und bekombt vor ein Schwein jährlich zuhüeten - 2mgr. Auch sein ihm vergönnet zwei Schweine und eine Kuh, und hat den Gottespfennig bekommen. Ist Matthias Langestraßen vor einen Krüger auf das 1667 ste Jahr wieder angenommen, und hat Krugzins versprochen an Gelde 25 thlr, item zwei Collationen (Mahlzeiten?) zu tun, eine um Mittfasten oder davor gelde 7 tlr., die andere um Martini oder davor gelde 12tlr.

Er hat nun das Geld oder das Essen zu geben,
item zur Besserung des Kachelofens 2 tlr.
einen ledernen Eimer 1 tlr.
ein Fuder diehlen vor 4 tlr.
drei Faß Breyhahn (Bier)
zwei Zimmern Quartions (Quartier) kammern vor 1 tlr. 12 gr. sechs Ellen Parchen vor 1 tlr. 12gr.

Noch ein Faß Breyhahn zum Wein kaufen wenn er angenommen wird. Auch hat er versprochen und angelobet, den Breyhahn zu geben, wie er in Halberstadt gilt, daffern derselbe steigert, soll ihm wieder zugelegt werden. Hierfür sein Bürge Paul Brandes und Jakob Bartels und hat Gottespfennig geben.

Item ist Hanß Kalmeyer auf das 1667 ste Jahr für einen Kuhhirten wieder angenommen, hat er versprochen sein Vieh gehen zu lassen, alwo der Gemeinde Vieh gehet, auch sein ihm vergönnt drei Kühe hundert Schafe und vor dem Knecht viertzig, vors düngen bekommt er vor jedem Morgen einen halben Scheffel Roggen und einen halben Scheffel Gersten fortzuschlagen
2gr. 2 Pfennig vor jedes Rind ein vierfaß Roggen
vor jedes Schaf zu füttern 1 mgr.
vor eine Kuh jährlich 1 mgr.

Noch ist ihm vergönnet eine Morge zu düngen. Er muß aber den Acker von den Leuten annehmen, und ist ihm der Gottespfennig geben, auch soll er nur eine Nacht mit der Herde düngen und nicht zwei Nächte."

Mit diesem Protokoll ist ein Strafregister verbunden, das einzige seiner Art.
Es heißt darin:
Nachfolgende Personen haben Strafe geben, weil sie Ostern 1667 nicht auf den Bawerting (Bauernting) gewesen, als Berendt Schörell geben 5 mgr.
Berendt Kniestedt 5 mgr.
Hanß Kröckel 5 mgr.
Valentin Ühren 5 mgr.

Der Kuhhirte Hanß Kalmeyer hat mit dem Vieh seinen Acker gedünget, davor Straffe geben müssen. Berendt Kniestedt hat die Wiesen mitgedünget davor geben 12 g. Gr. Ingleichen Christoff Hartung hat den Acker mehr gedünget, als ihme gebühret, davor geben müssen 12 g. Gr. Ulrich Helmholts Sohn hat mit den Eggen in den zween über besamte Stücke gezogen, davor Ulrich Helmholtz zu Strafe geben 1tlr.
( aus der Ströbecker Gemeindechronik)

 
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Gemeindeschmiede in Ströbeck

Hans Trawernicht 1667 - 1674
Matthias Hennings aus Badersleben 1675 - 1676
Moritz Wegener aus Halberstadt 1677 - 1678
Hans Wegener (Bruder d.o.g.) 1679 - 1682
Samuel Meyer 1683 - 1692
Curt Kärsten 1693 - 1712
Hans Michael Münchhoff 1705, 1713 - 1716
Hans Jürgen Sievert 1717 - 1726
Heinrich Münchhoff 1727 - 1740, 1743 - 1752
Philipp Heinrich Strohmeyer 1741 - 1742
Henning Claus 1753 - 1763
Matthias Müller 1764 - 1766

 

 
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Ströbeck hat durchaus auch eine "spannende" Ortsgeschichte:

Der Mordfall bei den "Gerichten"

Aus: Dorfgeschichten - Die Aufzeichnungen des Ackermanns Valentin Schliephake zu Ströbeck geschrieben 1820 bis 1847

"Die Gerichte" sind auf dem Hohen Wege gewesen, wonach das Feld seinen Namen hat. In den 1790er Jahren sind die Pfähle erst umgefallen. Es waren dort zwei auf das Rad geflochten die in Halberstadt auf dem Domplatz gerädert waren.

Dieses ist nach der Wahrheit gemäß auf folgende Art erzählt: Zwei Reisende lassen sich auf Hessen-Damme von den Wirt jeder ein Pferd geben um darauf zu Reiten . Der Wirt schickt seinen Hausknecht mit, auch zu Pferde um die Pferde wieder zurück zu bringen.
Es geht schon gegen Abend, weil sie bei Aspenstedt vorbei passieren, sie kehren in dem Wirtshause ein und Trinken. Nun setzen sich alle drei wieder zu Pferde und setzen ihre Reise fort nach Halberstadt.
Es ist nun schon dunkler geworden und der Hausknecht hatte schon im Kruge ihnen geraten da zu bleiben, vermutlich hat er schon für sich nichts Gutes geahndet. Sie reiten fort, und weil sie Aspenstedt auf den Rücken haben und an den Sülteberg heran reiten, so machen sie Halt um den Mord auszuführen. Der eine sagt zu dem Hausknecht , er möchte absteigen, um ihn den Steigbügel anders zu schnallen.
Der Hausknecht tut es, steht an des Fremden Pferde, diesen Augenblick hatten sich die Mörder gewählt, den Hausknecht den Kopf zu spalten. Sie ziehen ihre Hirschfänger und hauen nun ganz unbarmherzig auf den Hausknecht los. Er nimmt die Flucht in Acker heraus sie hauen immer tüchtig auf ihn los, er stürzt nieder, und nachdem sie ihm 27 Wunden angebracht haben, stirbt er. Die 3 Pferde gehören nun ihnen, sie reiten nun was sie können nach Sachsen hinein. In Leipzig verkaufen sie die Pferde und gehn dann nach ihrer Heimat nach Meißen.

Ein Ströbecker namens Salomon will seine Morgen Roggen besehen im Frühjahr und findet diesen erschlagen Menschen. Gerade diesen Morgen war die Gerichtsstätte , er zeigt es gleich an und wird nach Ströbeck geholt, alwo er auf dem Rathause "operirt" ist. Es wird nun alle mögliche Anstalt gemacht, die Straßen - Räuber aufzusuchen, und in Meißen werden sie arretiert und nach Halberstadt geführt, wo sie ein ganzes Jahr gesessen.
Es waren Vater und Sohn, sie wollten die Tat nicht eingestehn, bis sie das durch Daumenschrauben zum Bekenntnis gebracht wurden. Der Sohn bekennt zuerst, weil der Vater das hört, will er den Sohn noch zu Leibe gehen und hätte ihn gewürgt, wenn er nur die Freiheit gehabt hätte. Der Wirt von Hessen - Damm muß also nach Leipzig reisen, alwo die Mörder seine Pferde verkauft haben, wieder abzuholen. Es wird ihm aber schwer gemacht, seine Pferde zun finden , sie stehn unter einer Menge Pferde im Stall. Hier muß er sie suchen und erkennen, wenn er es verfehlt, so war die ganze Sache nicht erwiesen. Aber er findet sie leicht und besteht diese Probe.
Dieses geschah im Jahre 1738. Es war in den angrenzenden Feldern Winterfeld, wo der Mord geschehen war. Da sollen sie nun auch gerädert werden, aber damit das Korn nicht zertreten werden sollte, so wurden sie in Halberstadt auf dem Domplatz von unten auf gerädert und sodann bei der Gerichtsstätte auf das Rad geflochten.

 
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Wie die Ströbecker zu ihrem Spitznamen "Stumpeldubm´" kamen
Oder:" Der Glockenfund bei Wischhusen" von Dr. Luis Wille

An einem schönen Frühlingsmorgen hütete der Schafhirt von Derenburg seine Schafe in der Nähe des wüstgewordenen Klosters Wischhusen.

Auf seinen Schäferstecken gestützt, beobachtete er gerade den in seiner Nähe scharrenden Widder, als ihm plötzlich aus dem aufgewühlten Erdboden ein Stück Metall entgegenleuchtete. Schnell grub er nach und endeckte den Hals einer versunkenen Glocke. Er meldete dies dem Bürgermeister von Derenburg, der seinerseits die Gemeindevorsteher von Ströbeck und Danstedt benachrichtigte, da die Glocke gerade auf der Stelle gefunden war, wo die Flurgrenzen dieser drei Ortschaften zusammenstießen.
Um keinen Streit aufkommen zu lassen, vereinbarten die Danstedter, Ströbecker und Derenburger, daß am folgenden Morgen aus jeder der drei Gemeinden ein Wagen zum Fundort fahren und die Glocke abholen sollte.
Die Abfahrt wurde auf 6 Uhr festgesetzt, und die Glocke sollte der zuerst eintreffenden Gemeinde zugesprochen werden. Die Derenburger hielten sich nicht an die Verabredung und fuhren bereits eine halbe Stunde um nicht von weitem gehört zu werden , wickelten sie Stroh um die Wagenräder. Die Ströbecker hatten Pech. Unterwegs sprang ihnen ein Rad von der Wagenachse, und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Rad schnell wieder über die Achse zu schieben, und da sie den Vorsteckbolzen verloren hatten, mußten sie der Reihe nach ihren Daumen in das Achsenloch stecken und so lange aushalten, bis das unterste Glied des Daumens abfiel. Nur so konnten sie den Fundort erreichen. Auch den Danstedtern war das Glück nicht hold. Da sie unbedingt die ersten sein wollten, legten sie ein unheimliches Tempo vor. Dabei kam der Wagen ins Schleudern, streifte einen Baum und stürzte in den Graben. Die Weinkrüge, die sie siegesgewiß auf ihrem Wagen mitführten, gingen in Scherben. Um aber noch etwas von dem kostbaren Naß zu retten, setzten sie die Scherben schnell an den Mund und schlürften sie aus. Auf diese Weise kamen die Danstedter und Ströbecker zu spät, und die listigen Derenburger erhielten die Glocke.

Seit dem heißen sie im Volksmund "Strohköppe", während die STRÖBECKER "Stumpeldubn" und die Danstedter "Schöppelsüper" genannt werden.

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