| Wanderung über die Teufelsmauer bei Weddersleben
Wandert man von Weddersleben in Richtung Neinstedt, so erblickt man nach rechts schauend die
gewaltige Wand der Königssteine. Fast in der Mitte ist die höchste Erhebung. Mit etwas Fantasie kann man ein
gekröntes Haupt, das Haupt eines Königs, erblicken. Diese Klippe bezeichnet man auch als "Adlerfelsen".
Wir wollen vom Parkplatz an der Friedensbrücke aus eine Wanderung entlang der
Teufelsmauer beginnen. Bereits auf dem Parkplatz werden wir mit der Sage der Teufelsmauer vertraut gemacht und warum
Naturschutz so wichtig ist, erfahren wir hier. Unser Weg führt uns über den Mühlgraben hinweg an den
östlichen Beginn der Königssteine. Kurz zuvor biegt rechts ein Weg ab, der zur sogenannten Schlangenecke und zur
Klosterbreite führt. Über die Entstehung dieser Namen gibt es unterschiedliche Expertenmeinungen.
Wir gehen weiter in Richtung Südseite. Hier liegt gleich am Anfang ein alter
Steinbruch. Dort wurden im Jahre 1934 letztmalig Pflastersteine für die Pflasterung von Dorfstraßen unseres Ortes
gewonnen. Ein zu steiler Abbau führte im Oktober 1934 zum Einsturz der Wand und der Steinbruch wurde verschüttet.
Gleisanlagen und Kipploren liegen noch heute unter der Einsturzmasse begraben.
Einige Meter weiter befindet sich ein Gedenkstein, der an den Tod eines deutschen Soldaten
im April 1945 erinnert. An der Stelle des Gedenksteines wurde er von Einwohnern begraben. Da man keine Erkennungsmarke und keine
Papiere bei ihm fand, konnte nichts über ihn ermittelt werden. Das Soldatengrab wurde 50 Jahre lang von Einwohnern Ortes
Wederslebeb gepflegt. Am 11.10.1995 wurde der Tote durch die "Deutsche Kriegsgräberfürsorge" umgebettet auf den
Friedhof der Stadt Thale.
In unmittelbarer Nähe des Gedenksteins steht ebenfalls eine Informationstafel, welche
über das richtige Verhalten im Naturschutzgebiet informiert. Zu Beginn des Anstieges , am sogenannten Prallhang der Bode,
fanden Archäologen Werkzeuge aus dem härtesten Quarzit der Teufelsmauer. Nach der Beschreibung handelt es sich um
verschiedene Artefakttypen, die als Kratzer, Schaber oder Faustkeile Verwendung gefunden hatten. Die Forscher sind sich darin einig,
dass die Funde weit über 100.000 Jahre alt sind. Eine Anzahl davon wird im Museum in Quedlinburg aufbewahrt.
Auf halber Strecke des Anstieges ist auf Grund der Steilheit eine Verschnaufpause zu empfehlen.
So wurde hier eine weitere Informationstafel aufgestellt, die über die Pflanzenwelt der Teufelsmauer informiert.
An der nächsten Weggabelung befindet sich eine Tafel mit Wissenswertem zum Thema Geologie
der Teufelsmauer. An dieser Stelle kann man sich entscheiden, ob man durch die Streuobstwiese um die Teufelsmauer gehen möchte,
oder ob man noch den letzten Teil des Anstieges bewältigt und den Kammweg nutzt, um über die Teufelsmauer zu gehen.
Bei letzterer Entscheidung haben wir eine Höhe von 182,5 Metern erreicht und
genießen die wunderbare Aussicht in alle vier Himmelrichtungen. Unmittelbar am Ende des Aufstieges sehen wir einen
größeren herabgerutschten Felsblock, der in mehrere Teile zerborsten ist. Das geschah am Nachmittag des 31.
August 1989. Das damit verbundene Getöse war im ganzen Ort (Weddersleben) zu hören.
Mit jedem Schritt weiter in Richtung Westen wird die Aussicht besser. Ein Stein am Wegesrand und
eine Metallplatte auf der Plattform erläutern die Aussichtspunkte. Die Gebiete südlich der Teufelsmauer sind Fundstellen
vieler Keramikreste aus der Steinzeit bis zur Kaiserzeit. Goethe hat im Jahre 1784 unter anderem diesen Teil der Teufelsmauer besucht.
Wir wandern bis ans Ende dieses Mauerabschnittes und kommen an eine Treppe. Von hier aus
erblicken wir den nächsten Teil der Teufelsmauer, die Mittelsteine. Sie ragen nicht so hoch auf, sind mehr zerklüftet und
werden daher von den Kindern gern für Kletterübungen und andere Spiele benutzt. Dies ist nicht immer ungefährlich.
Nachdem wir die Treppe hinter uns gelassen haben, zeigen uns Hinweisschilder an, dass man auch einen Rundgang um den
Königsstein machen kann, der dann wieder bis zum Parkplatz führt. Man hat hier die Möglichkeit die gewaltige Mauer,
welche man, wie am Anfang geschrieben, nicht nur aus der Ferne sehen kann, sondern nun unmittelbar aus der Nähe erlebt.
Wir aber gehen weiter zu den Mittelsteinen. Dabei kreuzen wir einen Weg, der von Weddersleben
kommt und zur Bodenaue führt, sich dann teilt und einerseits zum Parkplatz führt, und anderseits bis Thale geht. Eine
Besonderheit der Mittelsteine ist eine alte Kultstätte des vorgeschichtlichen Menschen. Der erste Eindruck, den man von der
Kultstätte bekommt, ist, dass es sich um abgestürzte, zufällig recht eigenartig über einander gefallene
Blöcke handelt. Bei näherer Betrachtung lässt sich aber keine Bruchstelle in unmittelbarer Nähe ausmachen.
Experten sind sich sicher, dass der große Block aus einer weiter entfernten Stelle stammen muss und dort hingebracht wurde.
Wie dies geschah, ist bis heute ein Rätsel.
Vom westlichen Ende der Mittelsteine aus erblicken wir nun die Papensteine, die schon in der
Feldflur von Warnstedt liegen. Der Name "Papenstein" wird abgeleitet von "Pfaffensteine", also der Kirche
gehörend. Zwischen beiden Abschnitten kreuzt ein Weg den Höhenzug, der sogenannte "Thalsche Weg", der von
Weddersleben nach Alt-Thale mit dem Kloster Wendhusen führt. Außerdem befindet sich am Ende der Mittelsteine ein
geologischer Messpunkt. Leider ist der Holzaufbau bereits beseitigt wurden, so dass man den Punkt erst entdeckt, wenn man kurz
davor ist. Damit beenden wir unseren Ausflug über die Teufelsmauer bei Weddersleben. Zurück zum Parkplatz kommt man
teilweisen auf dem selben Weg wie hin, oder man nutzt den ausgeschilderten den Rad- und Wanderweg. |